Eine Gemeinschaft kann nur überleben, wenn es Menschen gibt, die mehr tun, als sie müssen
von Gunter Darmstadt und Reinhold Schüler
Zu allen Zeiten bedienten sich die Menschen des Feuers, zu allen Zeiten mußten sie sich aber auch vor ihm schützen. Es war oft ein Segen, aber manchmal ein Fluch.
Für die kurmainzischen Orte um Mainz findet man in den Akten des "Vizedomamtes außer der Stadt" um 1780 erste Hinweise, wie der Brandschutz organisiert war. In den größeren Gemeinden, wie Laubenheim oder Ebersheim, wird von Feuerläufern und Feuerreitern berichtet. Für das kleine Drais waren keine besonderen Regelungen getroffen worden, wie der Draiser Schultheiß erklärt: "Jeder Mann kömmt mit den seinigen zu Hülf, die Weibsbilder mit Wassertragen, die Mannspersonen sind mit Löschen und Niederreißen, wo es nötig ist, beschäftiget. Da wir auch mit gemeinen und privaten Feuereimern, auch Leitern, versehen sind, so sind wir imstand, einen entstehenden Brand, weil wir überall beykommen können, ohne nachbarliche Hülfe in Geschwindigkeit zu dämpfen."
In einer 1785 durchgeführten Erfassung der Löschgerätschaften in den Gemeinden des Vizedomamtes wurden in Drais zwei Dachleitern und sieben Ledereimer gezählt. Feuerhaken oder gar Handspritzen gab es nicht.
Der Brandschutz wurde in Drais wohl erst mit der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr am 14. Oktober 1883 organisiert. Sie bestand aus 24 Mitgliedern, welche zwei Spritzen und zwei Leitern bedienten. Jakob Schüler III. wurde zum Kommandanten gewählt. Er hatte "mindestens alle Vierteljahr eine Übung abzuhalten. Die Einberufung zu den Übungen erfolgt durch Bekanntmachung mittelst der Ortsschelle." Exerziert wurde jeweils im schnellen und im langsamen Tempo zuerst eine Schulübung, dann eine Fahrübung und schließlich der Sturmangriff. Dazu gab der Signalist mit dem Horn die jeweiligen Signale. Auch im Ernstfall "bei Anmeldung eines Brandes vom Comandant oder dessen Stellvertreter soll der Signalist im Schritte durch die Straße marschieren und anhaltend Signal abgeben." Von Einsätzen ist allerdings nur sehr selten etwas überliefert. 1885 bekam die Wehr Geld für ihre Hilfe bei einem Waldbrand.
Schon 1886 hatte man die Idee, eine Feuerwehrkapelle zu gründen. Dies scheiterte aber, weil der Verein keine Instrumente beschaffen wollte. Trotzdem kamen das Vergnügen und die Pflege der Kameradschaft nicht zu kurz. Im gleichen Jahr veranstaltete man am 2. Weihnachtstag erstmals eine Christbaumverlosung mit Konzert und Ball. Dies sollte bis in die 30er Jahre zu einer festen Tradition werden. Für die Verlosung von 1904 wurden im Protokoll die gestifteten Dinge aufgelistet. Es wird deutlich, daß die Landwirtschaft das Leben bestimmte und Nützliches dem Luxuriösen vorgezogen wurde: Weber stiftete einen Melkstuhl, Valentin Landua "Spargelmesser, Platsch, Dreckschippe", Fischer 6 Würste und Peter Frenz gar ein "Kaffeserviece".
Das beschauliche Leben in der Draiser Feuerwehr fand mit dem Ersten Weltkrieg sein Ende, in dem drei Kameraden fielen. Der Brandschutz mußte mit den älteren Kameraden aufrecht erhalten werden, die nicht eingezogen worden waren. Schon 1919 war die Wehr wieder einsatzbereit, doch standen die schwersten Zeiten erst noch bevor. 1923 verschlang die Inflation alle Geldwerte. In der Generalversammlung vom 17. März wurde der Jahresbeitrag auf 1.000 Mark erhöht.
1928 wurde Heinrich Geiger zum Kommandanten gewählt, der dieses Amt 25 Jahre innehatte. Im Dezember 1929 beschloß die Generalversammlung, der Sterbekasse beizutreten, die im Todesfall eines Kameraden eine gewisse Summe Geld an die Hinterbliebenen ausschüttet. Die Feuerwehrmänner konnten gerade in der Zeit der Wirtschaftskrise ihre Familien etwas absichern. Die Sterbekasse ist ein Symbol für die Solidarität unter den Kameraden, das bis heute erhalten wurde. Die Ausrüstung der Draiser Feuerwehr wurde in dieser Zeit erheblich modernisiert. 1929 wurde für 1.200 Mark eine mechanische Leiter und 1932 die erste Motorspritze beschafft.
1933 feierte die Wehr mit großem Aufwand ihr 50jähriges Bestehen. Auf dem Sportplatz stand ein Festzelt, und durch die festlich geschmückten Straßen ging am Sonntag ein Festumzug. Während der akademischen Feier "strömten alle aus der Halle, denn man hörte Motorengeräusch, da kam direkt von Mainz über unseren Festplatz der Graf Zeppelin. Wie er über unsere Halle flog, stimmte die Menge das Deutschlandlied an und er wurde mit Tücherschwenken begrüßt." Gleichschaltung und Propaganda der Nazis beeinflußten plötzlich das alltägliche Leben und ein so großes Fest ohnehin. Festschriftführer Wilhelm Kraft beschreibt die akademische Feier: "Es machte mir besondere Freude, daß alles so Vaterlandsliebend gehalten ist. Auch sah man Hindenburg und Hitler in zwei mächtigen Bildern auf der Bühne mit [...] Fahnen umrahmt. Also ein herrlicher Anblick. Zum Ende wurde das Deutschland u. Horst Wessel Lied mit erhobenen Armen gesungen." Sieben Draiser, die nach dem Festkommers die Hand zum "deutschen Gruß" nicht hoben, wurden für 16 Tage ins Konzentrationslager Osthofen bzw. ins Mainzer Gefängnis gebracht. Nach dem Fest änderte sich für die Feuerwehr einiges. Wegen der Gleichschaltung mußte mehr als die Hälfte des Kommandos aus Parteimitgliedern bestehen. Umgangston und Sprache änderten sich, der Dienstrang wurde bedeutend. "Oberbrandmeister" Geiger wird schon 1934 die Leitung des Luftschutzes übertragen und 1936 wird die Feuerwehr zur bewaffneten Feuerlöschpolizei. 1937 brannten zwei Scheunen. In eine war der Blitz eingeschlagen, die zweite brannte wegen einer Selbstentzündung nieder.
Während des Zweiten Weltkrieges übernahmen die älteren Männer, die Hitlerjugend und etwa 13 Frauen die Aufgaben der zur Wehrmacht eingezogenen Kameraden. Während die Männer und einzelne Frauen nach den Bombenangriffen auf Mainz, Frankfurt und Mannheim halfen, mußten in Drais zum Glück bis 1948 keine weiteren Einsätze bewältigt werden. Durch Kriegseinwirkung starben neun Kameraden.
Nachdem genügend Männer aus Krieg und Gefangenschaft zurückgekehrt waren, konnte man 1948 wieder daran denken, die Wehr aufzubauen. Geräte und Uniformen hatten sehr gelitten, und die Militärregierung begrenzte die Anzahl der Feuerwehrmänner auf 21. Unter solch schwierigen Umständen mußte im Ober-Olmer Wald ein 500 Quadratmeter großes Feuer bekämpft werden. Jeder Kamerad erhielt vom Forstamt zum Dank einen Baum als Brennholz. In den folgenden Jahren ging es mit der Feuerwehr wieder bergauf. "Die Form der Übungen an den Geräten ist noch wie früher, Fußexerzieren fällt weg." Neue Uniformen und Schläuche wurden beschafft und die Motorspritzen instand gesetzt. Im Oktober 1954 wurde Hans Silz zum Kommandanten gewählt. Der Beginn seiner 25jährigen Amtszeit war von der Gründung der Musikkapelle 1956, dem Fest zum 75jährigen Bestehen 1958 und der Diskussion um die Beschaffung eines Autos auf Gemeindekosten geprägt. 1960 finanzierte die Feuerwehr für Drais eine Sirene, deren Heulen das "Sturmläuten" der Kirchenglocken bei Feueralarm ablöste.
1963 gab es Unwettereinsätze in Bretzenheim und Hechtsheim, und zwei Schornsteinbrände waren zu bewältigen. 1964 konnte endlich das erste Feuerwehrauto in Empfang genommen werden. Schon 1969 wurde ein Tanklöschfahrzeug des Bundes in Dienst gestellt. Nachdem Drais eingemeindet worden war, wurden die Ausbildungsmethoden den Richtlinien der Berufsfeuerwehr angepaßt. Der theoretische Unterricht, Atemschutzgeräte und Sprechfunkgeräte wurden eingeführt. 1971 war die Feuerwehr Drais bei dem Großbrand der Firma Linde in Kostheim eingesetzt, und 1975 sorgte in Drais ein Dachstuhlbrand für Aufregung.
1978 feierte man an Christi Himmelfahrt zum ersten Mal den Tag der Feuerwehr. Dieser Termin entwickelte sich zum festen Bestandteil des Draiser Terminplans. Im gleichen Jahr wurde das Gerätehaus im Schulhof abgerissen. Die Fahrzeuge und Geräte mußten solange notgedrungen bei Kameraden untergestellt werden, bis 1983 endlich das neue Domizil an den Platzäckern eingeweiht werden konnte. 1980 bekam die Feuerwehr neue Uniformen und 1981 ein Tragkraftspritzenfahrzeug.
Das Fest zum 100jährigen Bestehen 1983 dauerte vier Tage und wurde als "gelungen" bezeichnet. 1984 wurde ein Löschgruppenfahrzeug übergeben und auf der Generalversammlung 1985 entschloß man sich, die Jugendfeuerwehr Drais zu gründen.
1987 wurden Funkmeldeempfänger zur stillen Alarmierung eingeführt. Die Sirene wurde immer seltener genutzt und schließlich entfernt. Seitdem die Berufsfeuerwehr 1992 von ihrer Wache auf dem Lerchenberg wegzog, ist die Feuerwehr Drais auch für den Lerchenberg und somit für heute insgesamt ca. 9.500 Menschen zuständig.
Im August 1995 kam es zu einem gewaltigen Gewitterregen, der viele Häuser in Drais und Finthen manchmal bis zum Erdgeschoß unter Wasser setzte. Die Draiser Bürger waren dankbar für die Hilfe, die von der Feuerwehr geleistet werden konnte. Sogar die Jugendfeuerwehr wurde eingesetzt, da auch das Gerätehaus unter Wasser stand. An Pfingsten 1997 zerstörte ein Großfeuer den Kindergarten des ZDF auf dem Lerchenberg. Die Draiser und die Berufsfeuerwehr waren im Einsatz.
Wurde die Wehr noch vor wenigen Jahren zu Unwettereinsätzen und selten zu Bränden gerufen, nimmt die Einsatzhäufigkeit und die Bandbreite der zu bewältigenden Aufgaben heute ständig zu. Es kommt öfter zu Brandeinsätzen. Im Dezember 1997 brannte im Neubaugebiet auf dem alten Sportplatz ein Reihenhaus. Meist handelt es sich aber um Kleinbrände (einzelne Einrichtungsgegenstände, Müllbehälter usw.), bei denen das neue Löschgruppenfahrzeug mit Wassertank seit 1996 hervorragende Dienste leistet. Außerdem kommen auch Einsätze mit technischer Hilfeleistung immer häufiger vor. So müssen Ölspuren beseitigt oder umgestürzte Bäume zersägt werden. Ohne die freiwillige Feuerwehr würden aber auch viele Dinge nicht funktionieren, die man nicht direkt mit ihr verbindet. Im Sommer kümmert sich die Jugendfeuerwehr z.B. um den Grillplatz. Einige Kameraden stellen bei größeren Veranstaltungen die Brandsicherheitswache, ohne die sich der Vorhang im Theater nicht öffnen und der Hubschrauber des Bundeskanzlers nicht landen dürfte. In seiner Satzung von 1996 setzte sich der Förderverein die Ziele, der Einsatzmannschaft eine gute Ausbildung und Ausrüstung zu ermöglichen, die Jugendarbeit zu fördern und das kulturelle Leben zu pflegen.
Die beiden letzten Ziele werden besonders von der Feuerwehrkapelle getragen, als deren Geburtstag der 14. Januar 1956 bezeichnet werden kann. Auf ihrer Generalversammlung beschloß damals die Feuerwehr Drais, eine Musikkapelle zu gründen. Die Ausgangssituation war nicht einfach, gab es doch begründete Vorbehalte aufgrund negativer Erfahrungen einer Nachbargemeinde, in der die Musikkapelle zu einer großen finanziellen Belastung für die Feuerwehr geworden war und schließlich unterging. Die Gründer legten deshalb großen Wert auf die eigene Haushaltsführung der Kapelle. Mit einer Haussammlung in der Gemeinde Drais und über die Vorfinanzierung durch Privatpersonen konnten die ersten Instrumente erworben werden. Doch bevor der erste öffentliche Auftritt am 18. November 1956 unter der Leitung von Dieter Huff zur Ehrung der Gefallenen am Draiser Friedhof absolviert werden konnte, hatte der erste Vorsitzende Anton Schüler (1956-1968 u. 1975-1980) große Mühe, einen geeigneten Proberaum zu finden. Den z.Zt. noch mitspielenden sieben Mitbegründern der Kapelle sind die harten, aber auch frohen Übungsstunden im Keller der Markthalle, im Hause der Geschwister Spettel, in der Raiffeisenkasse, der Schule, im Gasthaus Fischer, seit 1970 in der Sporthalle und jetzt im Feuerwehrgerätehaus in lebhafter Erinnerung.
Da die Kapelle immer mehr zur liturgischen Mitgestaltung der kirchlichen Feste herangezogen wurde, entschloß man sich im Jahre 1959, dem Diözesanverband der Bläserchöre im Bistum Mainz beizutreten. Damit erhielt man weitere Unterstützung und Impulse für die Aufbauarbeit. Seit dieser Zeit ist die Musikkapelle auch die Katholische Kirchenmusik Drais.
In die Zeit, als Dieter Schüler (1968-1975) den Vorsitz der Kapelle hatte, fiel die "musikalische Ehe" mit der Feuerwehrkapelle Mainz-Gonsenheim. Beide Kapellen ergänzten sich zu einem idealen Klangkörper und denken noch gerne an die gemeinsamen Auftritte und mehrtägigen Fahrten u.a. nach Altenmarkt (Österreich) und Niederndorf (Schweiz) zurück.
Zum 25jährigen Bestehen der Kapelle im Mai 1981 konnte der damalige Vorsitzende Norbert Spettel (1980-1991) die Glückwünsche und Belobigungen für das gelungene Festkonzert entgegennehmen. Daß Musik keine Grenzen kennt, bestätigte das Frühjahrskonzert im April 1976, das wir zusammen mit der Stadtkapelle aus Welwyn Garden City (England) in der Draiser Sporthalle bestritten. Musikalisch bedeutsam waren ebenfalls die Konzerte zusammen mit dem Chor der Landfrauen im November 1990 und im November 1992, die unter der musikalischen Leitung des damals noch sehr jungen Jörg Geier standen. Zur Vorbereitung dieser Konzerte wurden neue Schritte gewagt; man zog sich zusätzlich zur normalen Probe für ein Wochenende z.B. in eine Jugendherberge zurück, um sich mental und musikalisch für das Konzert fit zu machen. Das letzte Konzert, das wir anläßlich des 40jährigen Bestehens der Kapelle im März 1996 gaben, stand unter der Leitung unseres heutigen Dirigenten Josef Altmayer, der seit Sommer 1994 am Dirigentenpult steht. Insgesamt 27 Jahre hatte Ehrendirigent Dieter Huff die Kapelle geleitet, bis sein Sohn Alfred 1983 das Amt für fünf Jahre übernahm.
Auch die Pflege der Kameradschaft kam in der über 40jährigen Vereinsgeschichte der Kapelle nicht zu kurz. Die Veteranen erinnern sich noch lebhaft daran, daß die ersten eingespielten Honorare (z.B. bei Beerdigungen) gern in geselliger Runde in Speck und Eier im Ober-Olmer Forsthaus umgesetzt wurden. Unvergessen sind die Rosenmontagszüge, zahlreiche Festumzüge, Platzkonzerte und die Ständchen zu Jubiläen und Hochzeiten. Ungezählt sind auch die vielen kirchlichen Anlässe, bei denen wir als katholische Kirchenmusik mitwirken, wie z.B. Palmsonntag, Weißer Sonntag, Fronleichnam, Wallfahrt, Martinsumzug oder Christmette. Aus der jüngeren Vereinsgeschichte sind noch die zwei Fahrten ins "bayerische Ausland" nach Hutthurm in den Jahren 1986 und 1994 in lebhafter Erinnerung. Ebenfalls in die Zeit unseres amtierenden Vorsitzenden Alban Schüler (seit 1991) fallen die ersten Erfahrungen in einem Fernsehstudio, die wir bei einem Auftritt beim Privatsender SAT 1 machten.
Nicht unerwähnt bleiben soll, daß unsere Kapelle zusammen mit anderen Feuerwehrkapellen aus dem Lande das Landesmusikcorps der Feuerwehr Rheinland-Pfalz gebildet hat und z.B. bei der Feier "40 Jahre Bundesrepublik Deutschland" in Bonn oder "40 Jahre Freundschaft Burgund/Rheinland-Pfalz" in Boppard aufspielte. Immer wieder beeindruckend ist auch, das alle zwei Jahre stattfindende Zusammenspiel von mehreren hundert Blasmusikern beim Diözesanmusikfest mitzuerleben.
Erfreulich ist, daß trotz der großen Altersspanne vom 12jährigen bis zum 82jährigen ein harmonisches Einvernehmen in der Kapelle besteht. Zur Zeit sind sogar Musiker und Musikerinnen aus drei Generationen einer Familie in der Kapelle tätig. Seit Anfang der 70er Jahre finden immer wieder junge Damen den Weg zur Musikkapelle und verstärken bevorzugt die Holzbläser. Großen Zuspruch hat nach wie vor das von Walter Martin gegründete und nun von Thomas Bockius fortgeführte Trommlercorps. Zur Zeit hat die Musikkapelle 40 männliche und neun weibliche Mitglieder. Davon sind neun Jungen und ein Mädchen noch in Ausbildung. Trotz dieser erfreulichen Zahlen ist der Vorstand der Kapelle weiter bestrebt, junge Musiker für die Kapelle zu gewinnen, denn auch hier gilt der Satz, daß unsere Zukunft in der Jugend liegt. Die jährlich 41 Proben und etwa gleich vielen Auftritte zeigen, welchen persönlichen Einsatz die einzelnen Mitglieder für "ihre" Musikkapelle bringen und mit welchem Engagement sie den Stadtteil Mainz-Drais nach außen vertreten.
Das zweite Standbein unserer Jugendarbeit ist die Jugendfeuerwehr. Am 27. September 1985 konnte in einer Feierstunde eine "schmucke Truppe" von acht Jugendlichen in Dienst gestellt werden. Als fünfte Wehr im Stadtgebiet war den Draisern bewußt geworden, wie wichtig eine funktionierende Jugendarbeit in Zukunft sein würde. Die anfänglichen Bedenken, der Feuerwehrkapelle könnte der Nachwuchs entzogen werden, haben sich nicht bewahrheitet. Bis heute konnten wir 19 Kameraden aus der Jugendfeuerwehr in den Einsatzdienst übernehmen, so daß mehr als die Hälfte der Einsatzmannschaft heute aus ehemaligen Jugendfeuerwehrmännern besteht.
Neben der intensiven Ausbildung zum Feuerwehrdienst, in der nach den gleichen Methoden wie bei der aktiven Wehr vorgegangen wird, ist die allgemeine Jugendarbeit bedeutend. Höhepunkt ist immer unser alle zwei Jahre durchgeführter Ausflug, der uns schon nach Hamburg, Rothenburg ob der Tauber und München geführt hat. Einen Großteil ihres Etats verdienen die Jugendlichen selbst. Durch die alljährliche Hydrantenwartung werden viele Aktivitäten finanziell erst ermöglicht. Mehrere Feste im Jahresablauf, Sport und Wettkämpfe runden das Programm ab. Die Jugendlichen sollen zu engagierten und kritischen Bürgern herangezogen werden, die in der Gemeinschaft bestehen und mit denen die Gemeinschaft besteht, die also mehr tun, als sie müssen. - Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr.